Test: Canon 16-35mm 1:4 L f/4L IS USM EF Objektiv

Meine Erfahrungen mit dem Canon EF 16-35 mm f/4L IS USM

Das Canon EF 16-35 mm f/4L IS USM

Canon hatte bisher im Weitwinkel Bereich leider nicht all zu viel zu bieten. Das EF 17-40 mm f/4L USM ist schon ein etwas älteres Model und kann vor allem mit seinem Preis punkten. Die Bildqualität lässt aber zu wünschen übrig.

Als 2007 das EF 16-35 mm f/2.8 II USM von Canon vorgestellt wurde, gab es sehr hohe Erwartungen an das Objektiv. Leider enttäuschte es recht viele Anwender, da es an den Rändern sogar abgeblendet sehr unscharf wird, vor allem wenn man sich den Preis des Objektivs vor Augen hält.

Die optischen Schwächen des 16-35 mm 2.8L und die lange Verfügbarkeit des 17-40 4L am Markt, sorgten schon seit längerem für Gerüchte. Es wurde von zahlreichen Beobachtern ein neues Weitwinkel-Objektiv von Canon erwartet. Im Mai 2014 war es soweit und das neue 16-35mm f/4L IS USM wurde veröffentlicht. Inzwischen konnte auch ich, hier in Kärnten, Österreich endlich ein Exemplar ergattern!

 

Ein paar Fakten zum EF 16-35 4L IS USM

(Die folgenden Daten habe ich der Canon Webseite entnommen)

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Technische Daten
Optischer Aufbau 16 Linsen in 12 Gruppen
Blendenlamellen 9
Kleinste Blende 22
Naheinstellgrenze 0.28
Größter Abbildungsmaßstab 0,23fach
Bildstabilisator 4.0
AF-Motor Ring-USM
Staub und Spritzwassergeschützt Ja
Filterdurchmesser 77mm
Gewicht 615g

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Für mich sind das die wichtigsten Eckdaten. Auf der offiziellen Canon Seite gibt es natürlich noch weitere Informationen die ihr einholen könnt!

 

Verarbeitungsqualität und erster Eindruck

Test: Canon 16-35mm 1:4 L f/4L IS USM EF Objektiv

Im Größenvergleich von Links nach Rechts. Das Canon 200mm 2.8L, das Canon 100mm 2.8, das Canon 16-35 4L und das Canon 24-105 4L

Test: Canon 16-35mm 1:4 L f/4L IS USM EF Objektiv

Im Größenvergleich von Links nach Rechts. Das Canon 200mm 2.8L, das Canon 100mm 2.8, das Canon 16-35 4L und das Canon 24-105 4L

Wie man es von Canon L Objektiven gewohnt ist, ist die Verarbeitungsqualität des 16-35mm sehr gut. Mit 615g hat es ein anständiges Gewicht, welches ein hochwertiges Gefühl vermittelt. Das Objektiv ist spritzwassergeschützt und kommt im Lieferumfang mit Gegenlichtblende, Objektivdeckel sowie L-Objektiv typisch mit Lederbeutel geliefert. Der Fokusring lässt sich sehr gleichmäßig bedienen und ist gefühlt etwas schwergängiger, als der meines 24-105er L Objektivs. Dies liegt angeblich an dem Spritzwasserschutz, welches das 24-105er nicht hat. Auf der Seite gibt es den AF/MF sowie ON/OFF Schalter für den Bildstabilisator. Natürlich hat das Objektiv auch ein Metallbajonet sowie eine Distanzanzeige.

Insgesamt kann zusammen gefasst werden, dass die Verarbeitungsqualität enorm hoch ist und den Bedürfnissen eines Profi-Objektivs gerecht wird. Hier gibt es sicherlich nicht viel zu bemängeln!

Test: Canon 16-35mm 1:4 L f/4L IS USM EF Objektiv

Das Canon 16-35mm F4.0L IS USM

Bildstabilisator

An dieser Stelle möchte ich kurz den Bildstabilisator des Canon EF 16-35 mm F/4 ansprechen. Laut Canon kann der Stabilisator ganze vier Blendenstufen kompensieren. Laut diverser Tests im Internet ist diese Aussage jedoch recht optimistisch, wobei 3 bis 3,5 Blendenstufen anscheinend realisierbar sind. Auch dies ist natürlich ein super Wert und sorgt für Videoaufnahmen aus der Hand für geschmeidigere Aufnahmen. Auffällig ist jedoch das Geräusch des Bildstabis! Man hört ihn klar arbeiten und dies könnte für einige etwas störend sein.

Bildqualität

Jetzt kommen wir sicher zu einem der wichtigsten Punkte die ein Objektiv erfüllen muss, und zwar die Bildqualität! Bevor ich mir das Objektiv gekauft habe, habe ich mir natürlich einige Tests im Internet durchgelesen. Die Bildauflösung ist laut der Tests bei 16 und 24mm sogar offenblendig schon unglaublich hoch und ist bei 35mm auch sehr gut. An den Rändern hat sich enorm viel getan und es handelt sich daher um Canons schärfstes Weitwinkel-Objektiv. Sogar die direkte Konkurrenz in Form des Nikkor AF-S 16-35mm f/4 ED VR kann das Canon Objektiv in punkto schärfe nicht schlagen.

Die chromatische Abberation hält sich bei diesem Objektiv in den meisten Fällen auch in Grenzen. Aus persönlicher Erfahrung kann ich jedoch berichten, dass bei einigen Motiven doch noch lila und grüne Säume auftreten. Diese chromatischen Abberationen lassen sich in geringen Mengen jedoch sehr leicht in Lightroom mit einem Klick entfernen.

Bei der Vignettierung schlägt sich das Weitwinkel Zoom relativ gut, obwohl sie wahrnehmbar ist! Im 16mm Ultra Weitwinkel Bereich und mit offener Blende merkt man die Vignettierung am stärksten. Mit etwas geschlossener Blende bzw. im mittlerem Zoombereich verschwindet die Vignettierung größtenteils. Laut Tests im Internet ist die Canon Ausführung des Objektivs bei der Vignettierung schlechter als die Konkurrenz von Nikon.

Wenn es um Flares geht, schneidet das Objektiv leider nicht all zu berauschend ab. Bei Gegenlichtaufnahmen bilden sich fast immer flares bei allen Brennweiten. Einige werden diesen Effekt eventuell mögen, jedoch wenn man keine Flares haben will, ist dies sehr schwer zu umgehen bzw. enorm mühsam sowas in der Nachbearbeitung zu entfernen.

Beim Autofokus handelt es sich um einen Ultraschall Motor (USM) welcher ziemlich lautlos und schnell arbeitet. Hier gibt es echt so gut wie nichts zu bemängeln.

Aufnahme mit dem 16-35 mm f/4 L IS USM

Aufnahme mit dem 16-35 mm f/4 L IS USM

Zusammenfassung

In meinen Augen handelt es sich bei dem Canon 16-35mm f/4 um das derzeit beste Weitwinkel-Zoom Objektiv im Objektivpark von Canon. Die Verarbeitungsqualität ist super, die Bildschärfe und Auflösung ist sehr hoch und der Bildstabilisator leistet gute Arbeit. Einzig die bemerkbare Vignettierung sowie die starke Anfälligkeit für Flares können als klare Kritikpunkte des Objektivs genannt werden.

Aufnahme mit dem 16-35 mm f/4 L IS USM

Aufnahme mit dem 16-35 mm f/4 L IS USM